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GEMEINSAM NACHHALTIG WACHSEN: SYMRISE GEHT NEUE WEGE AUF MADAGASKAR

Qualitäts- und Versorgungssicherung, die Möglichkeit der Bio- und Fair Trade- Zertifizierung und eine umfassende Rückwärtsintegration – das Engagement von Symrise auf Madagaskar ist eine Erfolgsgeschichte. Mit der Investition in ein alternatives Modell der Rohstoffbeschaffung hat das Unternehmen im Jahr 2010 erneut wegweisende Zeichen gesetzt.

Madagaskar, die Insel vor der Ostküste Afrikas: viertgrößte Insel der Welt, dank ihrer einzigartigen Flora und Fauna ein Hotspot der Artenvielfalt – und eines der größten Anbaugebiete von Vanille. Madagaskar ist aber auch ein Land, in dem rund die Hälfte der etwa 20 Millionen Einwohner unterhalb der Armutsgrenze lebt. Die traditionelle, kleinbäuerliche Landwirtschaft ist für viele Menschen hier die einzige Einnahmequelle – inmitten eines natürlichen Umfelds, das stark von Raubbau bedroht ist.

Ein zerbrechliches Gleichgewicht

Madagaskar ist das bedeutendste Anbaugebiet der begehrten Bourbon-Vanille – und damit auch ein bedeutender Standort für Symrise. Hier kauft und verarbeitet das Unternehmen die wertvollen Vanilleschoten, den Schlüsselrohstoff für die wichtigste süße Geschmacksrichtung der Welt. „Wir  arbeiten hier in einem Umfeld, das einem enormen Wandel unterworfen ist. Das ökologische Gleichgewicht ist gefährdet und gleichzeitig  besteht großer ökonomischer Entwicklungsbedarf“, erläutert Oliver Nembach, Global Competence Director Vanilla. „Mit unserer Strategie der verantwortungsbewussten Beschaffung, unserem ’Responsible Sourcing’, und unserem Engagement vor Ort bringen wir Naturschutz und Vanilleanbau in Einklang.“

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simply vanilla®

Eine Reise in die Welt des nachhaltigen Vanilleanbaus auf Madagaskar

simply vanilla® – Eine Reise in die Welt des nachhaltigen Vanilleanbaus auf Madagaskar

Statt auf Vanille aus großen Monokulturen zu setzen, fördert Symrise den traditionellen Anbau und kauft seine Schoten bei mehr als 6.000 Kleinbauern – diese Art der Integration in den Ursprung ist die Basis für das Nachhaltigkeitsmodell des Unternehmens. Symrise hält dabei direkten Kontakt zu den Kleinbauern und deren Kooperativen statt den üblichen, mehrstufigen Weg über Zwischenhändler, Weiterverarbeiter, Exporteure, Importeure und Extraktfirmen zu gehen. „Über die vielen mehr oder weniger anonymen Zwischenstufen des üblichen Beschaffungswegs können definierte Qualitätsstandards nicht sichergestellt werden. Für Symrise beginnt die Verantwortung für die Qualität unserer natürlichen Vanillearomen und Vanilleextrakte aber bereits beim Erzeuger, dem Kleinbauern auf Madagaskar“, kommentiert Nembach. „Von unserem Modell profitieren viele Madagassen: sowohl die Menschen, die bei Symrise Madagaskar Arbeit gefunden haben, als auch die Kleinbauern und ihre Gemeinden. Sie alle spielen in der Vanille-Wertschöpfungskette eine wichtige Rolle – sie sind die Basis der lokalen Wirtschaft und garantieren nachhaltige Qualität.“

Neue Wege beim Sourcing

Mit diesem Ansatz geht Symrise neue Wege. Bereits heute ist das Unternehmen dank der Rückwärtsintegration klar im Vorteil: Rückverfolgbarkeit, Informationen aus erster Hand, Auswahl und Einkauf auf Basis von langfristigen Beziehungen direkt vor Ort – so kann Symrise sicherstellen, das passende Qualitäten entsprechend den Marktbedürfnissen verfügbar sind. Der nächste Schritt geht noch weiter. Nembach: „Unser ’Responsible Sourcing’ Modell unterstützt die Bauern unmittelbar. Wir beziehen die Schoten bei diesem Modell ohne Zwischenhandel direkt von den Bauernkooperativen.“ Zum Beispiel der Kooperative ADAPS im Norden Madagaskars: Die „Association pour le Développement de l’Agriculture et du Paysannat du Sambirano“ wurde im Jahr 2000 gegründet, vertritt heute etwa 2.000 Kleinbauern aus der Sambirano-Region und baut Kakao, Kaffee und Vanille an. Abnehmer der gesamten Vanilleproduktion ist Symrise. Nembach: „Für Symrise bedeutet dieser Ansatz beste Rohstoffqualität und Transparenz, für die Bauern eine Abnahmegarantie für ihre Ernte und damit Einkommenssicherheit und eine Verbesserung ihres Lebensstandards.“

Ein Gewinn für Ökonomie und Ökologie

Seit 2010 arbeitet Symrise auch mit FANAMBY (madagassisch: „Herausforderung“) zusammen, einer gemeinnützigen Organisation mit dem Ziel, die Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung zu verbessern und gleichzeitig die Biodiversität des Landes zu erhalten. FANAMBY fördert die Selbstorganisation der Kleinbauern in einer Kooperative, schult die Bauern und hilft ihnen, die Qualität ihrer Produkte und somit die Wertschöpfung zu erhöhen. Ein Ansatz ist die Kultivierung und Produktion hochwertiger Bio- und Fair Trade-zertifizierter Vanille. Die Preise, die die Kooperative für diese Spezialitäten erzielt, liegen über dem üblichen Marktpreis. Der Mehrerlös wird sinnvoll investiert – und das bei voller Transparenz für alle Partner: Ein Drittel geht direkt an die Bauern, ein weiteres Drittel an die umliegenden Gemeinden zur Unterstützung gemeinnütziger Projekte. Das letzte Drittel wiederum wird in den Schutz der Biodiversität investiert. Gerade dies ist auf Madagaskar ein mehr als notwendiges Anliegen. Die Ausbeutung der Wälder, zum Beispiel für die Holzkohleproduktion oder bei der Suche nach Gold, bedroht nicht nur die Pflanzenwelt, sondern gefährdet auch die Lebensräume einzigartiger Tierarten wie der Lemuren. Oliver Nembach: „Dieses Projekt bietet allen Beteiligten Vorteile. Es schafft ein gesichertes Einkommen für die Vanillebauern und ihre Familien und unterstützt die Gemeinden im Aufbau dringend notwendiger Infrastruktur. Es schützt und erhält die Natur. Und wir als Aromenhaus haben zusätzlichen Einfluss auf die Qualität der Vanilleschoten und Extrakte. Wir stehen in direkter Kommunikation mit den Anbietern, geben unser Wissen weiter und erhalten wirklich nachhaltige Premium-Vanille. Dieser Ansatz ist wegweisend und stößt bei unseren Kunden auf sehr großes Interesse.“

Pläne und Projekte für eine Insel und ihre Menschen

Zukunftweisend ist auch die Zusammenarbeit mit weiteren Institutionen. Gemeinsam mit GIZ, der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, wurden weitere Projekte initiiert. Das Ziel: ein Symrise-spezifisches Modell verantwortungsbewusster Beschaffung über Fair Trade Zertifizierung hinaus. Es schafft bessere Lebensbedingungen für die Kleinbauern, es sichert ethische Werte, es fördert die Ausbildung der Bauern und ihrer Familien und erhält traditionelle landwirtschaftliche Strukturen.

Um den Erfolg mess- und nachweisbar zu machen, wird die systematische Erfassung und wissenschaftliche Erforschung der Gegebenheiten vor Ort von Symrise gefördert und unterstützt. So wurde in Zusammenarbeit mit der GIZ und develoPPP, einer Initiative des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, ein Public Private Partnership gestartet. Eine über zwei Jahre angelegte Studie, die im September 2010 begann, untersucht die Lebensbedingungen der Vanille-Bauern auf Madagaskar um auf dieser Basis zu nachhaltigen und fairen Preismodellen zu gelangen. Für Oliver Nembach sind solche Aktivitäten selbstverständlich. „Wir wollen uns als Unternehmen in einem nachhaltigen Sinn einbringen und an konstruktiven Veränderungen mitwirken. Fair Trade Zertifizierung, eine weitreichende Strategie verantwortungsbewusster Beschaffung und lokales soziales Engagement – das sind die Säulen unseres ganzheitlichen Ansatzes rund um die Vanille. Die Praxis zeigt, dass diese Strategie funktioniert und dass unser Einsatz für alle Seiten ein Gewinn ist. So sichern wir den Wert – und die Werte – der Vanille.“

 

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CSR-Report 2010
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