
Dr. Helmut Frieden, Corporate Vice President Corporate Compliance, über Erfolge 2010, die Rolle der Kommunikation bei CSR und den Ehrgeiz, immer besser zu werden.
Nachhaltig ist, wenn nicht nur die Interessen des Einzelnen, sondern der Gemeinschaft gewahrt werden. Insofern würde ich lieber für unser Unternehmen als Ganzes antworten. Ich bin der festen Überzeugung, dass wirklich jeder bei Symrise einen Beitrag zur Nachhaltigkeit erbringen kann. Dieses Bewusstsein haben wir im vergangenen Jahr noch stärker ins Unternehmen getragen. Darüber hinaus haben wir natürlich in vielen Bereichen wegweisende Fortschritte gemacht – von der Umwelt über unsere Forschungsaktivitäten bis zur Mitarbeiterbefragung. Der Titel unseres Berichts „Perspektiven“ trifft wieder ins Schwarze.
CSR ist für alle Stakeholder von Symrise relevant. Vor Jahren standen oft die Kunden im Mittelpunkt, die ihre eigenen strengen Nachhaltigkeitskriterien an Anbieter wie Symrise weitergaben. Jetzt ist Nachhaltigkeit ohne Mitarbeiter, Investoren und Verbraucher undenkbar. Die Mitarbeiter spielen dabei eine wichtige Doppelrolle: Einerseits sind sie eine unserer Säulen der CSR-Strategie als Zielgruppe – wir adressieren dies inhaltlich mit dem Bereich „Respecting People“ – andererseits beleben sie ganz aktiv und selbstständig die Idee der CSR im Unternehmen mit sozialen Initiativen und Umweltschutzaktivitäten.
Der Anspruch auf nachhaltige Produkte und Prozesse greift immer weiter um sich. Was sich also gewandelt hat, ist die Reichweite. Aus den Umweltberichten von einst ist der umfassende Ansatz CSR geworden. Das ist aus dem Verständnis heraus geschehen, dass die Bereiche Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft verzahnt sind und einen erheblichen Anteil am unternehmerischen Erfolg haben. Für uns geht es in Zukunft im Wesentlichen darum: Dank der vier Säulen wissen wir, wo wir mit unseren Aktivitäten ansetzen müssen. Jetzt wollen in allem, was wir in Sachen CSR tun, noch besser werden.
Nehmen wir den Aspekt „Success“. Unternehmerischer Erfolg erlaubt mehr Spielräume für nachhaltige Prozesse und Produkte – und Nachhaltigkeit wiederum bedeutet mehr Erfolg. Wir arbeiten konsequent daran, innovative und nachhaltige Produkte zu entwickeln, die das Leben der Konsumenten verbessern sollen. Dies haben wir in den Divisionen mit der neuen Fokussierung auf die Bereiche Health und Nutrition sowie Care und Skin Protection fest strategisch verankert.
Mit „Caring for Nature“ bündeln wir unsere Maßnahmen und Ziele zum Klima- und Umweltschutz. Dazu gehören die Verringerung des Energie- und Wasserbedarfs, von Abfällen und des CO2-Ausstoßes. Wir konzentrieren uns auf erneuerbare Ressourcen, investieren in die Rückwärtsintegration wie bei Vanille oder Citrus, aber auch in neue, nachhaltige Technologien wie bei der Mentholproduktion oder dem Neubau der Produktion in Russland. Wichtig war vor allem die Festschreibung der Ziele. Die haben wir im vergangenen Jahr neu definiert: Bis 2020 wollen wir im Verhältnis zu 2010 ein Drittel weniger Wasser und Energie verbrauchen sowie ein Drittel weniger CO2, Abfall und Abwasser produzieren.
Hier gibt es sicher viele Schnittmengen mit den anderen Säulen. Wenn Symrise erfolgreich ist – Stichwort „Securing Success“ –, schafft das sichere Arbeitsplätze, und damit ist auch der Gesellschaft gedient. Wenn wir die Natur schützen, dienen wir ebenfalls der Gesellschaft, und wenn wir hochwirksamen Sonnenschutz entwickeln sicher auch. Hier ist auch das Projekt Naschgarten angesiedelt, mit dem wir das gesellschaftliche Problem Übergewicht bei Kindern fokussieren. „Serving Society“ sehe ich aber auch in den zahlreichen lokalen und regionalen Initiativen weltweit, mit denen wir uns für die Gemeinschaften und Gemeinden einsetzen.
Information, Transparenz, Teilhabe – das sind die Stichworte für unsere Vorgehensweise. Der CSR kommt nicht nur operativ, sondern auch kommunikativ eine hohe Priorität zu. In unserem neuen Internetauftritt steht die CSR auf dem Top Level. Im Intranet informieren die Intranet-Autoren regelmäßig in einer eigenen Rubrik. Und in unserer Mitarbeiterzeitung haben wir ebenfalls eine spezielle Rubrik eingerichtet. Wir schaffen interne Foren, um auch „kleinere“ Projekte, die für den Report nicht die nötige Reichweite haben, zu kommunizieren. Daran sehen Sie, dass CSR nicht nur ein Top-Down-Thema ist, sondern auch Bottom-Up relevant ist
Nachhaltigkeit ist, wo immer es geht, ins operative Geschäft integriert: Die Green Chemistry ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Wir forschen in nachhaltigen Gebieten wie der White Biotechnology, entwickeln nachhaltige Produktlösungen für Kunden und Endverbraucher. Und wir haben die Nachhaltigkeit noch fester in unserer Struktur verankert, indem wir das Kontrollorgan des Sustainability Board fest installiert haben. Ein Advisory Board mit externen Fachleuten ist in der Planung. Zudem dürfen wir uns nicht scheuen, unsere Aktivitäten kritisch überprüfen zu lassen. Das geschieht nicht nur durch Audits von Kunden oder Behörden, sondern ebenso durch strenge interne Audits. Auch unseren Bericht lassen wir kritisch prüfen.
Wir messen uns mit dem Markt. Dabei geht es nicht um Wettbewerb. Das Interesse ist eher, einen gewissen Standard anzustreben, weil das der Transparenz dient. Und die Ergebnisse sehen gut für uns aus. Aber das Bessere ist ja immer der Feind des Guten … An Ehrgeiz, immer besser zu werden, mangelt es uns nicht, am vollen Einsatz und Willen erst recht nicht. Und auch jetzt spreche ich nicht nur von mir, sondern von allen hier bei Symrise. Nachhaltigkeit geht uns alle an.
