Symrise ist weltweiter Marktführer für naturidentisches l-Menthol, einen Schlüsselrohstoff der Konsumgüter- und Pharmaindustrie. Um die Marktführerschaft in diesem Segment zu stärken und die Rohstoffbasis für die strategisch wichtigen Produkte zu sichern, begann 2010 der Ausbau der Produktionskapazitäten am Standort Holzminden. Das Projekt zeigt, dass auch bei synthetisch erzeugten Produkten der Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle zukommt.

Menthol, ein Rohstoff von heute – und zugleich ein Rohstoff mit langer Geschichte: Denn Ausgrabungen in Ägypten belegen, dass die Pfefferminzpflanze bereits rund 1.000 Jahre vor Christus bekannt war. In Japan und China wiederum sollen Minzöl und Menthol schon vor 2.000 Jahren als Heilmittel verwendet worden sein. Die Arzneimittelliste „Pharmacopeia Augustana“ aus dem Jahre 1696 liefert schließlich den ersten Hinweis, dass die heilsame Wirkung von „Oleum Menthae“ auch in Europa genutzt wurde – die Minze und das Menthol, ihr Hauptbestandteil, waren damit in der Neuzeit und in der Medizin angekommen.
Einen Quantensprung vollzog die Anwendung des Menthols Mitte des 20. Jahrhunderts, als es Eingang in viele Produkte des täglichen Bedarfs fand: Seither wird es dank seines kräftigen, angenehm minzigen Geschmacks und seiner kühlenden und durchblutungsfördernden Eigenschaftenin der Industrie genutzt und geschätzt . „Die Nachfrage nach Menthol wächst seit Jahren mit einer zweistelligen Rate“, erklärt Dr. Norbert Richter, Leiter des Geschäftsfelds Aroma Molecules bei Symrise, die Bedeutung des Menthols. „Und der enorme Bedarf auf dem Weltmarkt wäre allein durch natürliche Minze nicht zu decken.“
Heute zählt Menthol zu den weltweit wichtigsten Rohstoffen für Duft- und Geschmackstoffe. Es findet sich in Kosmetika, in Shampoo oder Duschgel, er belebt Süßwaren wie Kaugummi oder Bonbons und verleiht pharmazeutischen Produkten wie Hustensaft, Sportsalben oder auch Sauna-Aufgüssen ihre Wirkung. Die Frische von Menthol ist gefragt – und sie ist heute zu einem großen Teil dem naturidentischen l-Menthol zu verdanken, wie es bei Symrise in Holzminden (D) und Bushy Park (USA) produziert wird.
Das synthetische l-Menthol ist chemisch identisch mit natürlichem Menthol aus der Ackerminze Mentha Arvensis. In industriellem Rahmen kann der Rohstoff erst seit 1973 hergestellt werden: Damals gelang zum erstem Mal die Vollsynthese des Stoffes durch den Symrise-Vorgänger Haarmann & Reimer. Dr. Norbert Richter: „Unser heutiges l-Menthol ist von höchster Reinheit. Es bietet gleichbleibende Qualität und optimale Sicherheit. Die Rückwärtsintegration in den Schlüsselrohstoff Menthol sichert unsere Unabhängigkeit bei Lieferfähigkeit, Qualität und Preis und begründet die fundierte Position von Symrise.“
Die Produktion von hochwertigem naturidentischem Menthol verläuft heute hoch effizient. Norbert Richter erläutert: „Mehr als 35 Jahre Erfahrung in der Produktion von Menthol helfen uns, kontinuierlich unsere Prozesse zu verbessern: Die Produktion ist ein in sich geschlossener Kreislauf. Er ist präzise steuerbar mit einer extrem hohen Ausbeute an I-Menthol. Es wird nahezu kein Wasser verbraucht und kein Abwasser produziert.“
Für den Bau der Anlage hat Symrise umfassende Forschung und Entwicklung betrieben. Das Ziel dabei: den Energieeinsatz in der Produktion so weit wie möglich verringern und die Raum-Zeit-Ausbeute weiter verbessern. „Wir werden in Zukunft unsere Prozesse dank umfangreicher mathematischer Modellsimulationen weiter optimieren. Dazu werden in der neuen Mentholproduktion vollkommen neue und einzigartige Technologien zum Einsatz kommen“, freut sich Richter auf die neue Anlage.
Doch neben der Wirtschaftlichkeit und zukunftweisenden Ausstattung der Anlage zählt das Endprodukt Menthol. Die neue Produktion ermöglicht dessen optimale Verfügbarkeit unabhängig von den Mengen- und Preisschwankungen, wie sie bei natürlichem Menthol üblich sind. Und sie sichert die beste, immer gleichbleibende Qualität des l-Menthols für Kunden und Verbraucher. Zu guter Letzt bedeutet das Menthol-Projekt aber auch eine sinnvolle Investition in den Produktionsstandort. Dr. Richter bringt die Vorteile der neuen Anlage auf den Punkt: „Eine energetisch wegweisende Bauweise, zusätzliche Arbeitsplätze und damit verbunden auch die Weiterbildung unserer Mitarbeiter – hier sind wir unternehmerisch auf dem besten Weg in die Zukunft.“
